Hospitation

Die gegenseitige Hospitation

Informationen zur passiven Hospitation
In der ASD erfolgt die Sicherung der Struktur- und Prozessqualität durch Hospitation. Dabei besuchen die Teammitglieder in einer anderen Klinik/Einrichtung ein komplettes Behandlungs- und Schulungsprogramm. Eine passive Hospitation bedeutet, “sich in die Karten schauen zu lassen“. Dieses sich “für Fremde öffnen“ stellt das härteste Qualitätskriterium dar und erlaubt die beste Beurteilung der Struktur- und Prozessqualität einer Behandlungseinheit. Entstehende Fragen und Kritikpunkte sollen in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre besprochen werden, damit sie eine echte Chance für Verbesserungen bieten. 

Die Diabetesberaterin/-assistentin hospitiert für 3 Tage, der Arzt besucht mindestens 1 Tag, wobei an diesem Tag auch die Teambesprechung stattfinden sollte.
Eine Hospitation muss alle 3 Jahre erfolgen. Die Einschätzung der Struktur der Klinik/Einrichtung, der Teaminteraktion und des Schulungsstandards erfolgt anhand der Hospitations-Checkliste (s.u.).

Informationen zur aktiven Hospitation
Mit der aktiven Hospitation helfen Sie den Gastgebern, Mängel in der Struktur- und Prozessqualität aufzudecken und zu beseitigen. Die Hospitations-Checkliste soll Ihnen helfen, sämtliche Kriterien der Struktur- und Prozessqualität zu erfassen. Gleichzeitig kann Sie Ihnen helfen, Ihre eigenen Voraussetzungen zur strukturierten Diabetestherapie zu beurteilen. Die Checkliste dient als Leitlinie und sollte immer durch eigene Kritikpunkte oder Anregungen ergänzt werden.

Die Hospitationspartner
Es sollte vermieden werden, dass die passive und aktive Hospitation lediglich zwischen zwei Kliniken/Einrichtungen stattfinden, da sonst die Gefahr besteht, nach dem Motto: “Du tust mir nichts, und ich tue Dir nichts“ zu beurteilen. Für einige außerhalb der Ballungsgebiete gelegenen Kliniken ist es nicht leicht, einen Hospitationspartner zu finden. Hierfür gibt es zur Jahrestagung der ASD sowie im Internet die Hospitationsbörse.
 

Hospitations-Checkliste

zur Beurteilung der Struktur- und Prozessqualität

Rahmenbedingungen:

  • Schulungsraum
  • Geschlossene Gruppe
  • Kontinuität
  • Struktur
  • Organisation


Lernzielkatalog und Umsetzung:

  • Curriculum
  • Medien
  • Materialien
  • strukturierter Unterricht
  • Praktische Übungen (Selbstkontrolle, Büfett, Restaurant, Sport, Fußpflege,
    Dosisanpassung, Hypoversuch)
  • Entscheidungsfreiheit


Teaminteraktion:

  • Teambesprechung
  • Gruppendynamik
  • Informationsaustausch über Patienten
  • Konsens
  • Umgang miteinander
  • Partnerschaftliche Mitentscheidung
  • Kritikfähigkeit (aktiv - passiv; untereinander - nach außen)
  • Arztkontrolle
  • Rolle des Teams im Hause


Hospitationsakzeptanz:

  • Freundliche offene Aufnahme
  • Information
  • “In die Karten gucken lassen“
  • Begründung für evtl. Begrenzung/Ausschluss an der Teilnahme
  • VORSICHT: Subjektiver Eindruck


Pädagogik:

  • Technische Aspekte (Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Fremdwörter, Erklärungen)
  • Psychologische Aspekte
  • Gespür für Ängste/Wünsche
  • “Wohlfühlatmosphäre“
  • Zulassen von Problemen
  • Ehrlichkeit/Transparenz
  • Patientenselbständigkeit/Entscheidungsfreiheit

 

Aktuelles

ASD-Jahrestagung

ASD-Jahrestagung

19.11.2017
von 17:45 bis 19:15 Uhr
im Rahmen des
XXIX. Internationalen Fortbildungskurses in praktisch-klinischer Diabetologie für Fortgeschrittene.

 

XXIX. Internationaler Fortbildungskurs in evidenzbasierter Diabetologie

vom 17.11. - 19.11.2017

Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Programm